WEINBERG - große Unterschiede im kleinen Österreich

Die vielfältigen Erscheinungsformen des Weinbergs spiegeln sich in den großen Weinregionen Österreichs - ob man mit dem Zug die archaisch abgestuften Steinterrassen der Wachau passiert oder die sanften welligen Hügeln und weiten Täler des Weinviertels durchwandert, ob man von den steil abfallenden Spitzen der Südsteiermark die österreichische Staatsgrenze überblickt oder durch die weitläufigen Rieden des träumerischen Seewinkels spaziert.

Diese unterschiedlichen Hügellandschaften sind Beweis für die unglaubliche Anpassungsfähigkeit der Rebpflanze. Die kostbaren Trauben können überall dort gedeihen, wo der Weinstock auf Boden, Wasser und Sonne trifft. Dennoch entspringt der allseits bekannte Weinhügel nicht der romantischen Naturanschauung, sondern dem praktischen Nutzen. Das Gefälle bietet nicht nur Schutz vor rauen Unwettern, sondern auch vor Frost. Da kalte Luft schwerer ist als warme, sinkt sie an den Fuß des Hügels ab und verschont die höher gelegenen Rieden vor dieser Gefahr.

Doch nicht nur die überirdische Atmosphäre, auch der Boden verhält sich auf Grund der Neigung günstig zum Wein. Eine Drainagierung der Hügellage bedingt, dass bei starken Niederschlägen überschüssiges Wasser der Erdanziehung folgt und abrinnt. Denn Überschwemmung schätzt die bescheidene Weinpflanze nicht.