REBPFLANZE - ein wild wuchernder Strauch

Betrachtet man heute Weinhügel, an denen die Rieden in Reih und Glied gesetzt und hochgezogen werden, dann fällt es fast schwer zu glauben, dass die Weinpflanze aus botanischer Sicht auf einen wild wuchernden Strauch zurückgeht. 

Bezeichnenderweise trägt die Mutter aller Rebpflanzen den Namen vitis vinifera - der weintragende Stock. Sie besitzt die Kraft ihre Last bis zu 20 Meter in die Höhe zu stemmen. In ihren Urzeiten tat sie das, um an den Bäumen entlang bis zu den Sonnenplätzen in den Kronen zu gelangen. Die flexiblen und filigranen Spitzen der Pflanze wachsen sehr schnell, weshalb sie brüchig bleiben. Erst im Herbst verholzen sie zu einem robusten Teil des Gesamten.

Und da man aus der Geschichte lernen kann, haben sich Bauern und Bäuerinnen auf der ganzen Welt seit Jahrhunderten dieses Wissen zu Nutze gemacht um die wild wuchernde Kletterpflanze zu kultivieren und organisieren. Die jungen Triebe werden mit einem Gerüst gestützt und mit Hilfe des Rebschnitts, dem jährlichen Zurückschneiden des alten Holzes, soll die ureigene Triebkraft gezügelt werden. Das Resultat ist eine Pflanze, die ihre ganze Kraft in die Erzeugung wunderbarer Trauben, der Grundlage jedes guten Weines, steckt und mit Hilfe von Luft, Licht, Wasser und Erde heranreifen kann.