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Weingut Walek

Soweit Wolfgang Walek es zurückverfolgen kann, wurde in der Familie Landwirtschaft geführt. Für lange Zeit produzierte man im Mischbetrieb unter anderem auch Wein, allerdings nicht bis zur fertigen Flasche, sondern als Basis für Sekt – den sogenannten Sektgrundwein. Früher war es durchaus üblich den gesamten Ertrag aus dem Weinbau an einen Betrieb zu verkaufen, der sich ausschließlich dem – wenn man so will – Finalisieren des Weines widmete. 

Erst Wolfgang Waleks Vater Gerhard hat den Fokus mehr und mehr auf Wein und vor allem auf die Rebschule gelenkt, die heutigen Grundpfeiler des Betriebs. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder Reinhard füllt Wolfgang Walek heute den Großteil des gewonnenen Weins in Flaschen und vermarktet ihn direkt. Wolfgang fungiert als Kellermeister und ist für die Verarbeitung des Weins zuständig, Reinhard betreut die Weingärten und Gerhard managed die Rebenproduktion und die Vermarktung. 

HIER GEHT'S ZU DEN WALEK WEINEN

Im Weinkeller wird nur dort eingegriffen, wo es sein muss. Als „puristisch“ bezeichnet Wolfgang Walek seinen Stil. Es werden keine künstliche Schönungsmittel verwendet und gereinigt wird mit Dampf. Durch diese Methode kann der Winzer den Reinigungsmitteleinsatz um bis zu 90% reduzieren. Dampf ist zwar sehr Energieintensiv, aber Waleks produzieren mittlerweile den gesamten Strom durch eine hauseigene Photovoltaik-Anlage.

Der größte Fokus liegt in der Erhöhung der Biodiversität in den Weingärten. Um mehr Vielfalt einfließen zu lassen, haben Waleks kurzerhand Obstbäume zwischen die Reben gepflanzt. Mindestens 24 Bäume pro Hektar bieten nun Rückzugsgebiete für Insekten und andere Tiere, besonders natürliche Nützlinge. Diese biologische Vielfalt macht die Reben und Rebstöcke gesund und reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmittel. Und weil Wolfgang Walek ein Tausendsassa ist und die Neugierde ihn antreibt, hat er begonnen eigene Bienenkulturen aufzubauen. „Zu einem gesunden Ökosystem gehören Bienen einfach dazu.“

Seine Philosophie, die Natur mit Respekt zu behandeln und innovative, nachhaltige Ansätze zu verfolgen, kann Wolfgang Walek im gesamten Kreislauf der Weinwerdung umsetzen. In der betriebseigenen Rebschule wachsen die Pflanzen vom Samen bis zum Setzling, um dann im Weingarten zu vitalen Rebstöcken zu werden. „Wir haben wirklich alle Produktionsschritte in der Hand - von der Veredelung der Sorte und Unterlage bis ins Weinglas.“

Hier findet ihr das Weingut Walek: 

Poysdorf – etwa eine Stunde nördlich von Wien im Bezirk Mistelbach gelegen - gilt als die Weinhauptstadt Österreichs. Sie beheimatet die älteste Weinriede, die schon 1338 urkundlich verbrieft und erwähnt wurde. Heute gilt die Ortschaft auch als Sektmetropole, die jährlich mehr Sekt produziert als in Österreich konsumiert wird. Wolfgang Walek erklärt: „Während die Industrialisierung in der Landwirtschaft voranschreitet, können in Poysdorf auf Grund der vielen Weingärten noch kleine Strukturen erhalten bleiben. Hier gibt es noch viel G’stett’n und Bäume, die einen extrem wichtigen Beitrag zur Biodiversität liefern.“