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Alexander Zahel

Im Süden Wiens befindet sich der traditionelle Weinort Mauer, ehemals eine selbstständige Ortschaft, heute Teil des 23. Wiener Gemeindebezirks Liesing. Am Maurer Hauptplatz - in repräsentativer Lage - sind Heuriger und Weinkeller von Alexander Zahel in einem Gebäude vereint. Dieses Haus, das hier seit über 400 Jahren steht, zählt zu den ältesten in Mauer. Unter Maria Theresia war es das erste Schulgebäude im Ort! 

 

 Alexander Zahels Weine

Irmhild Zahel, Alexander Zahels Großmutter, verteidigte nach dem zweiten Weltkrieg Hof und Weingärten vor den Russen und eröffnete in den darauf folgenden Jahren die erste kommerzielle Buschenschank in Mauer.

Ihr Sohn Richard Zahel schrieb in den 1980er Jahren erstmals „Wiener Gemischter Satz“ auf die Weinetiketten und leitete damit die Renaissance für den heute weltbekannten Wein ein.

 

Alexander Zahel ist ein quirliger Weinbauer, dessen Euphorie nicht zu übersehen ist. Mit strahlenden Augen führt er durch den Weinkeller, erklärt genau, woher seine Holzfässer stammen und wie er mit ihnen experimentiert. Es verwundert nicht, dass er schon von Kindheitstagen an Winzer werden wollte. 

Er besuchte in Klosterneuburg die älteste Weinbauschule der Welt, sammelte Erfahrungen bei Praktika in Neuseeland und Australien und studierte schließlich auf der Wirtschaftsuniversität und an der BOKU in Wien. 2003 vinifizierte er den ersten Jahrgang gemeinsam mit seinem Onkel. Seit 2006 tragen die Weine Alexander Zahels Handschrift. Gerade hat der wissbegierige Winzer die Ausbildung zum Master of Wine begonnen, um in Zukunft noch mehr Wissen in die Arbeit rund um sein Weingut einbringen zu können. 

Alexander Zahels langfristiges Ziel ist es, den Wiener Gemischten Satz weltweit als kleine Nischenmarke in der Top-Gastronomie zu positionieren. Sollte das gelingen, wäre es sein großer Wunsch, dass seine Kinder einmal ebenso tolle Weine auf dem gleichen Wiener Terroire produzieren können. Das ist vermutlich einer der Gründe, warum der Winzer seine Weingärten, die auf alle Wiener Lagen verstreut sind, organisch-biologisch bewirtschaftet. Nach dem Leitgedanken der „Biodiversität“ will er die Harmonie im Weingarten fördern und unverfälschte Weine in die Flasche bringen. Und das schmeckt man auch.

Wien gilt als die einzige Metropole der Welt, die innerhalb ihrer Stadtgrenzen ein eigenständiges Weinbaugebiet besitzt. Im Nordwesten der Stadt erblickt man am Kahlenberg und Nussberg zahllose Hänge, auf welchen Wiener Wein wächst. Insgesamt sind es 700 Hektar, deren Bewirtschaftung jährlich rund 2,5 Millionen Liter Wein hervorbringt. 

Es wird vermutet, dass schon zur Zeit der keltischen Siedlung „Vedunia“ in Wien Wein angebaut wurde. Erste Nachweise liefert das Mittelalter, in welchem allerdings auf Grund des Bevölkerungswachstums auch Weingärten gerodet wurden. Den Wiener Heurigen verdanken die Weingüter Kaiser Josef II, der ihnen 1784 erlaubte, Lebensmittel aus eigener Erzeugung gemeinsam mit dem eigenen Wein zu verkaufen.